Jubiläum: 90 Jahre Frauenhilfe Langenhain

Bilder von der Jubiläumsfeier

 

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Rückblick auf 90 Jahre Evangelische Frauenhilfe Langenhain

Die Bewegung der Frauenhilfe nahm Ende des 19. Jahrhunderts ihren Anfang in großen Städten mit sozialen Brennpunkten. Ihren Ursprung hatte sie in Berlin und Potsdam und wurde von Kaiserin Auguste Viktoria 1899 gegründet. Man wollte den durch Industriealisierung und Verstädterung verarmten Familien helfen und sie unterstützen. Ihre Aufgabe sahen die Frauen besonders im sozialen und religiösen Wirken. In Langenhain trafen sich am 6. Dezember 1920 nach einem Aufruf durch den Gemeindediener (den Ausscheller) 42 Frauen und 6 Männer, um den Frauenverein, wie er zuerst hieß, zu gründen. Die Männer waren Pfr. Anthes, Lehrer Baumann, Bürgermeister Müller, sowie drei Gemeindebeigeordnete. Es war wohl damals so üblich, dass Männer wie die o. g., Kraft ihres Amtes zu einer solchen Vereinsgründung hinzu gezogen wurden. Bis weit in die 30-er Jahre war auch immer der jeweilige Pfarrer Ehrenvorsitzender der Evang. Frauenhilfe. Als ihre Aufgabe und Ziele setzten sich die Frauen in Langenhain Einrichtung und Erhaltung einer Gemeindeschwesterstation und die Unterstützung bedürftiger Familien. Noch im Dezember 1920 stieg die Mitgliederzahl auf 86 Personen an. Einige Jahre später waren es schon 113. Bei der Größe Langenhains war das doch schon eine beachtliche Zahl.

Sehr schnell wurde Kontakt zu anderen Frauenhilfen aufgenommen. 1922 gründete man gemeinsam mit anderen Frauenhilfen einen Kreisverband, dessen Ziel es war, sich bei den jährlichen Verbandstreffen über die jeweilige Arbeit auszutauschen.

Mit dieser Verbindung zu anderen Gemeinden begannen die Frauen aus ihren Familien und ihrem Dorf heraus neue Wege zu gehen. Sie trafen sich im Winter 14-tägig, und im Sommer nur einmal im Monat abends in der Schule, immer sonntags, da man werktags keine Zeit hatte.

Vom Mitgliederbeitrag wurden Geräte und Geschirr für die Schwesternstation gekauft, und bedürftige Familien mit Lebensmitteln unterstützt. An Weihnachten, Ostern und Pfingsten wurden Alte und Kranke besucht und mit Lebensmitteln beschenkt.

Natürlich kam die Geselligkeit nicht zu kurz. Es gab besondere Kaffeeeinladungen, und jedes Jahr, wie auch noch heute, mindestens einen Ausflug. Anfangs ganz bescheiden, z. B. eine Wanderung nach Diedenbergen, um die dortige Frauenhilfe zu besuchen.

Bedingt durch politische Veränderungen und die Kriegswirren kam die Tätigkeit des Vereines 1937 zum Erliegen. Beitrag wurde jedoch weiter erhoben.

Durch Initiative von Frau Ottilie Haub und Schwester Bertha Scholz wurde 1947 wieder mit den regelmäßigen Treffen begonnen. In dieser Notzeit wurden z. B. kranke Frauen mit Mittagessen versorgt, und Pakete in die damalige Ostzone geschickt. Man traf sich im Schulsaal und brachte im Winter, wenn nötig, sogar das Holz zum Heizen von zu Hause mit. In den Mitgliederlisten der Jahre nach dem Krieg finden sich viele Namen von Frauen, die durch Kriegswirren nach Langenhain gekommen waren und wohl über die Frauenhilfe Kontakt und Gemeinsamkeit suchten.

Schwester Bertha legte großen Wert auf eine christliche Ausgestaltung der Treffen und hatte bis zu ihrem Weggang 1955 maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Frauenhilfe.

Bedingt durch die veränderten sozialen Ansprüche war die Frauenhilfe dann mit ihren doch eher geringen finanziellen Mitteln nicht mehr in der Lage die Gemeindeschwesternstation zu unterstützen.

 

 

Evangelische Frauenhilfe Langenhain heute

Versorgung von Hilfsbedürftigen wird heute weitgehend durch das soziale Netz (Sozialstation, Pflegeheimen, Essen auf Rädern, u.s.w.) abgedeckt. Die Gemeinschaft der Frauen ist weiterhin ein wichtiges Bindeglied für das Miteinander im Dorf und in der Kirchengemeinde. Die Frauen unterstützen sich gegenseitig, sie übernehmen wichtige Aufgaben in der Kirchengemeinde, sie bringen sich bei Projekten des Dorfes ein und sie nehmen teil am Leben der Evangelischen Frauen von Hessen und Nassau.

Wichtig bei allem, was sie tun, ist ihnen die Botschaft der Bibel, und das Vertrauen auf die Verheißung des Evangeliums von Jesus Christus. Sie wollen für Frauen da sein und sie ermutigen als Christinnen zu leben. Sie sehen in der Gemeinschaft mit anderen die Möglichkeit Hilfe zu erfahren und zu geben, Fähigkeiten zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen.

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