Evangelische Frauen

Besuch in der Textil-Werkstatt

Bericht von Eva Litzius

 

Es ist annähernd der kälteste Tag des Winters, als sich unsere evangelischen Frauen auf den Weg nach Darmstadt machen. Ziel der Exkursion ist die TextilWerkstatt am Elisabethenstift. Die einzige Paramenten-Werkstatt in Hessen feiert dieses Jahr ihren 120. Geburtstag. Textilien für Kirchenräume werden dort in liebevoller Handarbeit hergestellt.

 

Kennen Sie unser wunderschönes Altartuch und den Kanzelschmuck, die zur Zeit unseren Altarraum schmücken? Gerade beim Gottesdienst zum Mitarbeiterfest hat mich das Bild mit der leuchtenden Sonne und dem Landwirt, der sein Saatgut ausstreut beeindruckt. Strahlt der Sähmann nicht ein hoffnungsvolles Insichgekehrtsein bei der Ausübung seiner Arbeit aus? Bringt er nicht das Lob Gottes sinnbildlich zum Ausdruck? Fleissige Frauen unsere Gemeinde haben die Stickerei entworfen, gestaltet und ausgearbeitet.

 

Parament lautet der Fachausdruck für die textilen Ausstattungen von sakralen Räumen. „Paramentik ist Predigt für die Augen“, so die kurze, prägnante Beschreibung in der evangelischen Sonntagszeitung. In Anlehnung an die sechs lithurgischen Farben des Kirchenjahres sind die Grundfarben in violett, weiß, schwarz, grün, rot oder rosa gehalten. Die Frauen aus Langenhain haben die Kunstfertigkeiten der ausgebildeten Handstickerinnen im Rahmen der Werkstattführung kennengelernt. Die Leiterin der Werkstatt, Frau Frey-Jansen erklärt an verschiedenen Ausstellungsstücken die Umsetzung der künstlerischen Entwürfe. Vielfältige Naturmaterialien Leinen, Seide und Wolle als auch synthetische Fasern werden verarbeitet. Filigrane Handarbeiten aus leichten, transparenten Stoffen oder Filzapplikationen aus handgefärbtem Material begeistern uns. Traditionelle Verfahren wie Nonnenstich, Bildweberei, Applikation mischen sich mit neuen Techniken Stoff-Collagen,Handtuften sowie experimentellen Techniken. Mit den Fachfrauen am Webstuhl und am Stickrahmen, kommen wir schnell ins Gespräch.“ Wieviel Arbeitszeit steckt in solch einem Kunstobjekt?“, fragt Frau Schuhmacher die Leiterin. „Für eine Gobelin-Weberei, die ein Quadratmeter groß ist, rechnen wir mit 130 Stunden“, erklärt Marie-Luise Frey-Jansen. Mit neuen Anregungen und einem gewissen Stolz auf die eigens hergestellten Paramente verabschieden sich die Frauen herzlich.

 

Nach einem stärkenden Mittagessen in einer Darmstädter Brauereigaststätte, besuchen wir die Kirchenverwaltung am Paulusplatz. Dort präsentiert sich die Textilwerkstatt noch bis zum 29.Februar mit einer Ausstellung . Erfüllt mit vielen neuen Eindrücken begeben wir uns zufrieden und fröhlich auf den Heimweg.

Wir danken Christel Schuhmacher und Jutta Schiebe für die Organisation dieses eindrucksvollen Tagesausflugs.

Mehr Informationen erhalten Sie auch unter www.textil-kunst-kirche.de

 

 

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